Hohe Suizidrate im deutschen Strafvollzug

Die TAZ berichtet aktuell über eine Selbsttötung in der Strafvollzugsanstalt Wolfenbüttel. Dort hat sich ein inhaftierter Mann das Leben genommen. Er war zuvor aufgrund einer Selbstgefährdung in ein besonders gesicherten Haftraum verlegt worden. Die Videoüberwachung war angeordnet. Warum er sich trotzdem das Leben nehmen konnte, wird jetzt untersucht.

Den Arktikel der TAZ "Suizid im Suizid-Schutzraum" können Sie hier nachlesen.

 

Weitere Informationen: Suizide in deutschem Strafvollzug

Im Jahr 2023 nahmen sich 96 Menschen in Justizvollzugsanstalten das Leben. Darunter 6 Frauen. Dies ist die höchste Anzahl seit 2001. Die Suizidrate steigt auf 165,7 (Anzahl der Suizide pro rechnerische 100.000 Gefangene). Dies ist ein erschreckend hoher Wert! In den 20 Jahren zuvor lag die Quote im Durchschnitt bei 102,2.

Welche Haftarten waren hauptsächlich betroffen? 39 Personen befanden sich in Untersuchungshaft, 38 verbüßten eine Freiheitsstrafe und 10 Personen waren aufgrund einer Ersatzfreiheitsstrafen inhaftiert. 

Zu Suiziden im Strafvollzug führt der Kriminologische Dienst Sachsen eine vollständige Untersuchung durch. Hier werden weitere Informationen wie Staatsangehörigkeit, vorliegen psychischer Erkrankungen, Haftart und -dauer und anderes ermittelt.

Die Studie "Suizide von Inhaftierten in Deutschland. Verlaufsstatistik über die Jahre 2000 bis 2023" von 2024 ist frei zugänglich. Die Verlaufsübersicht der letzten 20 Jahre zeigt, dass in den letzten vier Jahren Höchstwerte bei der Suizidrate vorliegen:

Quelle: Meischner-Al-Mousawi, M.; Hartenstein, S. & S.Hinz (2024): Suizide von Inhaftierten in Deutschland". Herausgegeben vom Kriminologischen Dienst des Freistaates Sachsen. S.2.